Vorwort

entnommen dem Grimselmosaik / 100 Jahre Grimselstrasse 1894 - 1994 G. Bachmann

 

Wann sich die ersten Menschen in den Alpenraum vorgewagt haben, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Es gibt Hinweise, dass jagende Menschen schon in der letzten Zwischeneiszeit, vor über 100'000 Jahren, die Alpen durchstreiften. Die später von neuem vorstossenden Gletscher verwischten aber ihre Spuren. Vor rund 4000 Jahren änderte sich dann die Szenerie vollständig.

 

Grossflächige Wälder bestimmten nun das Bild der Voralpen und Alpen. Viel höher hinaus als heute waren die Berge dicht mit Bäumen bedeckt, und allmählich wurden Menschen das ganze Jahr über in den Alpen sesshaft.

 

Vor ca. 1000 Jahren entdeckten die Alpenbewohner und deren Obrigkeiten im zunehmenden Passverkehr schon bald das Nützliche und Lukrative. Sie organisierten den Personen- und Warentransport, sicherten gefährliche Wegstellen, stellten Lasttiere zur Verfügung, besorgten den Umlad und erhoben Weg- und Brückenzölle. Viele Männer aus den Tälern arbeiteten als Wegmacher, Träger und Säumer.

 

Im 18. Jahrhundert fasste der junge Albrecht von Haller die Eindrücke einer ersten Alpenwanderung im Jahre 1728 - vom Wallis über das Berner Oberland nach Luzern - im Gedicht « Die Alpen » zusammen. Dem feinen Blick Hallers ging die erhabene Grösse des Hochgebirges auf und zugleich erwachte in ihm die Liebe zum einfachen Hirtenvolk, das sie bewohnte. Dessen einfaches Leben und gesundes Glück pries er als Vorbild.

 

Das Augenmerk bei der notwendigen Förderung der Berggebiete galt nun lange Zeit dem Ausbau der baulichen Infrastrukturen, wobei der für die touristische Entwicklung notwendige Ausbau des Strassennetzes ganz oben auf den Wunschlisten stand. Richtigerweise ging es darum, dem Einkommensgefälle im Vergleich mit den mittelländischen Zentren, der ungünstigen Erwerbsstruktur und der Abwanderung zu begegnen.

 

Die Öffnung der Pässe Grimsel und Susten ist heutzutage praktisch gleichbedeutend mit dem Beginn der Sommersaison im Haslital. Diese Aussage macht auf einfache und dennoch eindrückliche Art und Weise deutlich, wie wichtig der Passtourismus für unsere Ferienregion ist. Die Hotels und Restaurants entlang den Passstrassen Grimsel und Susten verdanken ihr Einkommen allein ihrer geografischen Lage. Während im Winter das Hasli innert dem Kirchet praktisch in Form einer « Sackgasse » vom touristischen Verkehr abgeschlossen ist, pulsiert im Sommer das Leben durch diese Region.

Die Passstrassen erschliessen eine Wunderwelt der Natur, welche ihresgleichen sucht. Möge diese WebSite das Verhältnis Stadt und Land, Alpen und Mittelland neu aufleben lassen, im Sinne mit weiser und überlegener Urteilskraft dem langfristig Guten gegenüber dem kurzfristig Angenehmen vermehrt den Vorzug zu geben, um unsere Gesellschaft selbst in unsicherer Zeit standhaft zu machen. Denken wir daran, dass die Zeiten und damit auch die Ziele und Inhalte sich ständig wandeln, die Gewichte sich verschieben. Einiges bleibt dabei erhalten, anderes vergeht, Neues entwickelt sich.

 

Als Schützer und Nutzer von unserer herrlichen Bergwelt erwartet uns aufgrund von steigenden Freizeit- und Komfortansprüchen eine immer schwierigere und bedeutungsvollere Aufgabe. Mit Zuversicht und Kraft wollen wir diese Herausforderung in Angriff nehmen. « Allein können wir nichts, miteinander alles. »


Alexander Michel

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